Landschildkröten (Testudo hermanni und Testudo graeca) gehören laut Gutachten überwiegend ins Freigehege. Für die Innenhaltung bei Schlechtwetter und Überwinterung gilt ein offenes Gehege: Länge 8 × Panzerlänge, Breite die Hälfte davon, für zwei Tiere. Bei 20 cm Panzerlänge sind das 160 × 80 cm Grundfläche (Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien, Fassung vom 10.01.1997).
Quelle Mindestmaß: Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien, Fassung vom 10.01.1997 (eine Neufassung ist in Arbeit und noch nicht veröffentlicht). Werte sind Untergrenzen.
Wie groß muss das Terrarium für eine Schildkröte sein?
Das Gutachten rechnet bei Schildkröten nicht mit festen Kisten-Maßen, sondern mit der Panzerlänge (PL) des größten Tieres. Für die Griechische und die Maurische Landschildkröte gilt: Länge = 8 × PL, Breite = ½ der Länge. Eine Höhenvorgabe nennt das Gutachten nicht. Die Formel gilt bei Privathaltern für zwei Tiere. Für das 3. und 4. Tier kommen je 10 % Grundfläche dazu, ab dem 5. Tier je 20 %.
Griechische Landschildkröten erreichen laut Wikipedia meist 18 bis 26 cm. Rechne also nie mit der Größe des Jungtiers, sondern mit der Endgröße. Ein Gehege, das heute reicht und in zwei Jahren zu klein ist, bedeutet zweimal Kosten und Umbau.
Tabelle: Mindest-Grundfläche je Panzerlänge und Tierzahl
| Panzerlänge | Maß für 2 Tiere | 2 Tiere | 3 Tiere (+10 %) | 4 Tiere (+20 %) | 5 Tiere (+40 %) |
|---|---|---|---|---|---|
| 12 cm | 96 × 48 cm | 0,46 m² | 0,51 m² | 0,55 m² | 0,65 m² |
| 15 cm | 120 × 60 cm | 0,72 m² | 0,79 m² | 0,86 m² | 1,01 m² |
| 18 cm | 144 × 72 cm | 1,04 m² | 1,14 m² | 1,24 m² | 1,45 m² |
| 20 cm | 160 × 80 cm | 1,28 m² | 1,41 m² | 1,54 m² | 1,79 m² |
| 25 cm | 200 × 100 cm | 2,00 m² | 2,20 m² | 2,40 m² | 2,80 m² |
Die Zuschläge sind nach unserer Lesart des Gutachtens kumulativ gerechnet: 3 Tiere = 1,1-fache, 4 Tiere = 1,2-fache, 5 Tiere = 1,4-fache Fläche. Alle Werte sind Untergrenzen, keine Wohlfühlmaße. Wer mehr Platz hat, sollte ihn geben. Eigene Werte rechnest Du im Rechner aus:
Wichtig zur Fassung
Die Maße stammen aus dem Gutachten in der Fassung vom 10.01.1997. Eine Neufassung ist in Arbeit, aber nach unserer Prüfung nicht veröffentlicht und nicht in Kraft. Sobald sich Zahlen ändern, passen wir diese Seite an.
Gehört eine Landschildkröte überhaupt ins Terrarium?
Kurz gesagt: nur zeitweise. Das Gutachten ordnet T. hermanni und die europäischen Formen von T. graeca einer Gruppe zu, für die überwiegend Freilandhaltung empfohlen wird. Zimmerhaltung ist dort für die Überwinterung und für schlechtes Wetter vorgesehen. Eine Freianlage soll Sonnenplätze, ein Schutzhaus und schattenspendende Pflanzen haben. Eine Mindestfläche für die Freianlage nennt das Gutachten nicht.
Andere Quellen sind noch deutlicher. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) schreibt in ihrem Merkblatt zu griechischen Landschildkröten: „Eine Wohnungshaltung mit oder ohne Terrarium ist nicht tiergerecht.“ Die Stiftung TBB Schweiz fordert: „Ohne vorhandenes Freilandgehege ist von einer Schildkrötenhaltung abzusehen.“ Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) beschreibt für europäische Landschildkröten ausschließlich Freilandhaltung, mit einer Ersatzwärmequelle samt UV-B bei kühlem Wetter.
Das bedeutet für Dich: Plane zuerst den Garten oder Balkon, dann das Innengehege. Das Innengehege ist der Platz für kalte, nasse Wochen, für Quarantäne und für die Vorbereitung auf die Winterruhe. Wie Du ein Freigehege aufbaust, steht auf der Seite Freigehege für Schildkröten. Zur Winterruhe haben wir einen eigenen Ratgeber: Schildkröte in der Winterstarre. Die allgemeinen Tierseiten findest Du unter Landschildkröte halten.
Warum „offenes Gehege“ statt Glasterrarium?
Das Gutachten verlangt für Landschildkröten eine große Grundfläche und keine Höhe. Ein Glasterrarium mit Frontscheiben und kleinen Lüftungsschlitzen ist dafür selten die beste Form: Nach unserer Einschätzung gibt ein geschlossenes Becken unter einem Wärmestrahler wenig Spielraum, wenn die Temperatur steigt. Ein offenes oder gut belüftetes Gehege lässt Wärme entweichen und erleichtert die Steuerung am Wärmeplatz. Die TVT nennt für ein Übergangsterrarium 40 °C unter dem Strahler und für ein ganzjährig genutztes Terrarium im Sommer Spitzenwerte von 45 bis 50 °C unter dem Strahler. Bei diesen Werten brauchst Du Luftaustausch und ein Thermometer.
Einkaufsliste für die Innenhaltung
Diese Liste enthält, was Du für ein Innengehege zusätzlich zum Freigehege brauchst. Alle Angaben zu den Produkten stammen vom Hersteller bzw. aus der Amazon-Beschreibung.
- Gehege – Entscheidend ist die Grundfläche aus der Tabelle oben, nicht die Höhe. Unsere Empfehlung für kleinere Tiere bis etwa 15 cm Panzerlänge: Holzterrarium 120 × 60 × 60 cm*. Etwas kleiner und nur für sehr junge Tiere: Holzterrarium 100 × 50 × 50 cm*. Alternative mit Auslauf-Bereich: Holzhaus mit zwei Zimmern*. Alle Terrarien im Vergleich
- UV und Wärme – Eine Metalldampflampe liefert Licht, Wärme und UV-B in einer Lampe. Unsere Empfehlung: Lucky Reptile Bright Sun UV Desert 50 W*. Alle UVB-Lampen im Vergleich
- Vorschaltgerät – Die Lampe läuft nur mit einem passenden Vorschaltgerät. Unsere Empfehlung: Lucky Reptile Bright Control PRO III*, umschaltbar zwischen 35, 50 und 70 Watt laut Hersteller.
- Thermostat – Ein Thermostat regelt zusätzliche Wärmequellen und verhindert Überhitzung. Unsere Empfehlung: Lucky Reptile Thermo Control Pro II*. Terrarium heizen: Technik im Vergleich
- Bodengrund – Grabfähig und ungedüngt. Unsere Empfehlung: Floragard Schildkrötenerde*. Alternative: Lucky Reptile Tortoise Bedding*.
- Freigehege: Wärmeinsel – Ein Frühbeet gibt im Garten Wärme bei nassem Wetter. Mehr dazu auf Frühbeet für Schildkröten. Ein Beispiel: Wiltec Frühbeet 100 × 60 × 40 cm*.
- Freigehege: Schutzhaus – Schlafplatz für die Nacht und Schutz vor Regen. Mehr dazu auf Schildkrötenhaus für draußen. Ein Beispiel: Juwel Schildkrötenhaus Paula*.
Vergleich: Welche Gehege reichen wofür?
Wir haben die drei Gehege mit der Gutachten-Formel gegengerechnet. Maßgeblich sind die Herstellerangaben zu den Außenmaßen. Innen ist jedes Holzgehege durch die Wandstärke etwas kleiner, der Bodengrund soll laut Hersteller mindestens 10 cm hoch eingefüllt werden.
| Produkt | Außenmaß laut Hersteller | Grundfläche | Reicht rechnerisch für 2 Tiere bis | Bauart | |
|---|---|---|---|---|---|
Holzterrarium 120 × 60 × 60 cm | 120 × 60 cm | 0,72 m² | ca. 15 cm PL (innen knapp darunter) | OSB 12 mm, 3 Scheiben Floatglas, Deckenbelüftung | Aktuellen Preis prüfen* |
Holzterrarium 100 × 50 × 50 cm | 100 × 50 cm | 0,50 m² | ca. 12 cm PL | OSB 12 mm, 3 Scheiben Floatglas, Belüftung oben | Aktuellen Preis prüfen* |
Holzhaus mit zwei Zimmern | 97 × 57 × 33 cm | 0,55 m² | ca. 12 cm PL | Tannenholz, Kunststoffboden, Versteck und Auslauf | Zum Angebot* |
Das Ergebnis ist ernüchternd, und wir halten es für wichtig, es offen zu sagen: Keines der Gehege erfüllt das Mindestmaß für zwei ausgewachsene Tiere mit 20 cm Panzerlänge (160 × 80 cm). Alle drei sind Jungtier-, Übergangs- oder Quarantäne-Lösungen. Für erwachsene Tiere brauchst Du ein größeres Gehege, einen Eigenbau oder die Freianlage. Und: Die beiden Holzterrarien sind Terrarien mit Frontscheiben und Lüftung im Deckel, keine ganz offenen Becken.
Unsere Empfehlungen im Detail

REPITERRA
Repiterra Holzterrarium 120 × 60 × 60 cm
Ideal für: Jungtiere und kleinere Schildkröten bis etwa 15 cm Panzerlänge als Übergangs- oder Winterquartier
- Größte Grundfläche der drei Gehege
- 12 mm OSB als wärmeisolierender Korpus laut Hersteller
- Deckenbelüftung vorhanden
- Für ausgewachsene Tiere zu klein
- Unbehandeltes Holz muss laut Hersteller gegen Feuchtigkeit vorbehandelt werden
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Das Gehege hat laut Hersteller 120 × 60 cm Grundfläche, einen Korpus aus 12-mm-OSB-Platte, eine holzgerahmte Glasfront mit drei Scheiben (4 mm Floatglas, eine davon fest) und eine Deckenbelüftung. Die Rechnung nach dem Gutachten: 120 cm Länge entsprechen 8 × 15 cm, die Breite von 60 cm ist genau die Hälfte. Es reicht also für zwei Tiere mit bis zu 15 cm Panzerlänge, abzüglich der Wandstärke eher etwas weniger.
Ehrlich eingeordnet ist es damit das passende Gehege für die ersten Jahre oder für die Winterquartier-Vorbereitung, nicht für Tiere mit 20 cm und mehr. Positiv: Die Höhe von 60 cm erlaubt eine Lampe mit sinnvollem Abstand und eine Bodengrundschicht von mindestens 10 cm. Das Holz ist laut Hersteller unbehandelt. Beachte die Empfehlung zur Vorbehandlung, bevor feuchter Bodengrund einzieht.

REPITERRA
Repiterra Holzterrarium 100 × 50 × 50 cm
Ideal für: Einzeltier oder zwei sehr junge Schildkröten, Quarantäne
- Passt auf kleinere Stellflächen
- Formaldehydfreie OSB-Platte laut Hersteller
- Belüftung oberhalb
- Nur etwa 0,5 m² Grundfläche
- Wächst nicht mit den Tieren mit
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Mit 100 × 50 cm rechnet sich das Gehege nach dem Gutachten für zwei Tiere bis etwa 12,5 cm Panzerlänge. Das ist rechnerisch die Obergrenze, in der Praxis solltest Du früher umziehen. Laut Hersteller besteht der Korpus aus formaldehydfreier 12-mm-OSB-Platte, die Front aus drei Glasscheiben, der Bodengrund soll mindestens 10 cm hoch sein. Als Quarantäne-Becken für ein neu eingezogenes Tier kann es sinnvoll sein, als dauerhaftes Zuhause nicht.

X-ZONE PET
X-ZONE PET Holzhaus mit zwei Zimmern
Ideal für: Kleine Tiere, die einen Schlafbereich und einen sonnigen Bereich brauchen
- Schlafbereich und Sonnenbereich getrennt
- Geschlossener, abwischbarer Kunststoffboden laut Hersteller
- Laut Hersteller zwei Sets kombinierbar
- Nur 97 × 57 cm Fläche bei 33 cm Höhe
- Tannenholz ist weich
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Das Gehege ist laut Hersteller 97 × 57 × 33 cm groß, aus Tannenholz mit wasserdichtem Kunststoffboden, mit einem „privaten“ Schlafbereich und einem Sichtbereich für Lampen. Rechnerisch reicht es für zwei Tiere bis etwa 12 cm Panzerlänge. Die Höhe von 33 cm lässt wenig Platz für Lampenabstand und eine dicke Bodengrundschicht. Wer es erweitern will, kann laut Hersteller zwei Sets verbinden. Wir würden es eher als Ergänzung im Freigehege oder als Übergangs-Quartier sehen, nicht als Hauptgehege.
Licht, Wärme und Strom
Das Gutachten nennt für Landschildkröten eine Strahlungswärme von etwa 45 °C am Wärmeplatz und eine Lufttemperatur von mindestens 23 bis 26 °C im Hauptaktivitätszeitraum. UV-Vorgaben enthält es nicht. Für UV nutzen wir die Ferguson-Zonen nach Baines et al.: Landschildkröten gehören dort zu Zone 3 (offene oder teilweise Sonne). Die mittlere freiwillige UV-Exposition liegt in Zone 3 bei UV-Index 1,0 bis 2,6, der höchste beobachtete Wert bei 2,9 bis 7,4. Der Gradient soll bis 0 im Schatten abfallen. Mehr dazu im Glossar: Ferguson-Zonen und UV-B.
Die Lucky Reptile Bright Sun UV Desert 50 W ist laut Hersteller auf Wüstenreptilien abgestimmt, hat ein E27-Gewinde und braucht ein Vorschaltgerät. Welcher UV-Index in welchem Abstand erreicht wird, nennt die Produktbeschreibung nicht. Miss deshalb am Tierplatz mit einem UV-Messgerät oder halte die Abstandsangaben des Herstellers ein.
Rechenbeispiel Strom: Eine 50-Watt-Lampe mit 10 Stunden Betrieb am Tag verbraucht 0,5 kWh. Bei 37,3 ct/kWh (BDEW-Strompreisanalyse, Haushalte, Durchschnitt) sind das rund 18,7 ct am Tag und rund 68 Euro im Jahr. Das Vorschaltgerät verbraucht zusätzlich Strom, den wir hier nicht beziffern. Die Zahl zeigt nur die Größenordnung.
Bodengrund: Was ist geeignet?
Die TVT nennt in ihrem Merkblatt als Bodengrund „Erde oder ein Rindenmulch-Sand-Gemisch“. Reinen Rindenmulch nennt sie nicht als Bodengrund. Die Schildkrötenerde von Floragard ist laut Hersteller ungedüngt, enthält Bentonit für gleichmäßige Grundfeuchtigkeit, ist trittfest und zum Eingraben gedacht. Die Lucky Reptile Tortoise Bedding ist laut Hersteller staubfrei, ohne Sand, locker und grabfähig. Dazu passt der Hinweis der TVT, den Futterplatz auf eine Stein- oder Schieferplatte zu legen, damit beim Fressen kein Bodengrund aufgenommen wird. Mehr zu Substraten findest Du im Glossar.
Schildkröten-Terrarium einrichten: Schritt für Schritt
- Standort und Maß festlegen. Rechne die Mindestgrundfläche für die Endgröße. Stelle das Gehege auf eine tragfähige, ebene Fläche, fern von Zugluft.
- Holz vorbereiten. Behandle unbehandeltes Holz nach Herstellerhinweis gegen Feuchtigkeit und lasse es vollständig durchtrocknen.
- Bodengrund einfüllen. Fülle mindestens 10 cm hoch (Herstellerangabe der Repiterra-Gehege) mit grabfähiger Erde und befeuchte eine Ecke leicht.
- Wärmeplatz bauen. Montiere die Metalldampflampe samt Vorschaltgerät so, dass unter dem Strahler rund 45 °C Strahlungswärme herrschen und das übrige Gehege deutlich kühler bleibt. Der Fühler des Thermostats sitzt am Wärmeplatz.
- Messen. Lege ein Thermometer an Wärme- und Kühlseite. Das Gutachten verlangt Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchte.
- Struktur schaffen. Ein Versteck, eine Futterplatte aus Stein, eine flache Wasserschale. Die TBB Schweiz empfiehlt flache Schalen, deren Wasser täglich gewechselt wird.
- Einlaufen lassen. Lass die Technik einen Tag vor dem Einzug laufen und prüfe die Werte am Wärmeplatz und im Schatten.
Häufige Fehler
Die drei häufigsten Fehler
1. Zu klein geplant: Wer nach der Größe des Jungtiers kauft, hat nach wenigen Jahren ein zu kleines Gehege. Rechne immer mit der Endgröße.
2. Geschlossenes Glasterrarium: Nach unserer Einschätzung wenig Luftaustausch und oft zu wenig Fläche. Wähle ein offenes oder gut belüftetes Gehege.
3. Rindenmulch als alleiniger Bodengrund: Die TVT empfiehlt Erde oder ein Rindenmulch-Sand-Gemisch, keinen reinen Mulch.
Weitere Fehler: Wärmelampen ohne Thermostat, UV-Lampen ohne Messung, Innenhaltung ohne Freigehege im Sommer und Überwinterung ohne Vorbereitung. Die Bundestierärztekammer rät, Schildkröten vor der Winterruhe tierärztlich untersuchen zu lassen und sie während der Ruhe zu wiegen. Ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.
Häufige Fragen
Wie groß muss ein Terrarium für eine Landschildkröte sein?
Nach dem Gutachten (Fassung vom 10.01.1997) gilt für zwei Tiere: Länge 8 × Panzerlänge, Breite ½ Länge. Bei 20 cm Panzerlänge sind das 160 × 80 cm. Für das 3. und 4. Tier kommen je 10 % Fläche dazu, ab dem 5. Tier je 20 %.
Kann eine Landschildkröte dauerhaft im Terrarium leben?
Das Gutachten empfiehlt für T. hermanni und die europäischen Formen von T. graeca überwiegend Freilandhaltung. Die TVT bezeichnet reine Wohnungshaltung als nicht tiergerecht. Plane deshalb immer ein Freigehege ein.
Reicht ein Aquarium als Schildkröten-Terrarium?
Ein Standard-Aquarium bietet selten genug Grundfläche und ist meist geschlossen. Für Landschildkröten zählt die Fläche, nicht die Höhe. Rechne die Fläche nach der Tabelle: Erst wenn Länge und Breite stimmen, kommt ein Becken infrage.
Welche Temperatur braucht eine Landschildkröte im Terrarium?
Laut Gutachten etwa 45 °C Strahlungswärme am Wärmeplatz und mindestens 23 bis 26 °C Lufttemperatur im Hauptaktivitätszeitraum. Mehr dazu im Ratgeber Temperatur im Terrarium.
Welcher Bodengrund ist der richtige?
Die TVT nennt Erde oder ein Rindenmulch-Sand-Gemisch. Grabfähige Schildkrötenerde wie die Floragard-Erde oder die Lucky Reptile Tortoise Bedding sind dafür ausgelegt. Fülle mindestens 10 cm hoch ein.
Wie viele Schildkröten dürfen in ein Gehege?
Das Gutachten rechnet mit zwei Tieren als Basis. Jedes weitere Tier braucht mehr Fläche. Berücksichtige, dass Landschildkröten laut Thieme-Patientenbogen natürlicherweise Einzelgänger sind.
Fazit: Fläche zuerst, Technik danach
Ein Schildkröten-Terrarium entscheidet sich an der Grundfläche. Rechne mit der Endgröße: bei 20 cm Panzerlänge 160 × 80 cm für zwei Tiere. Die vorgestellten Holzgehege decken bis etwa 15 cm Panzerlänge ab, sind also gute Quartiere für die ersten Jahre und die Zeit schlechten Wetters. Für ausgewachsene Tiere gehört ein Freigehege dazu. Unsere Empfehlung für den Einstieg ist das Repiterra-Holzterrarium 120 × 60 × 60 cm.
Verfügbarkeit prüfen*Quellen
- Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien, BMLEH, Fassung vom 10.01.1997, abgerufen 03.11.2026
- Baines et al.: How much UV-B does my reptile need? The UV-Tool, Journal of Zoo and Aquarium Research 4(1), 2016
- Merkblatt Europäische Landschildkröten, Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., Stand Februar 2004
- Merkblatt Griechische Landschildkröten, Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., Stand Januar 2017
- Merkblatt Schildkröten, Stiftung TBB Schweiz, Stand 09/2022
- Schildkröten: Haltung, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, abgerufen 03.11.2026
- Schildkröten richtig überwintern, Bundestierärztekammer, Presseinformation 33/2012 vom 11.10.2012
- Patientenbogen Landschildkröte, Georg Thieme Verlag KG, 2020
- BDEW-Strompreisanalyse, Oktober 2026
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