Haltung

Bartagame Haltung: Terrarium, Licht, Futter und Winterruhe

Was die Bartagame braucht: Maße nach Gutachten, UV und Wärme, Futter, Gesundheit und Vergesellschaftung.

13 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 03.11.2026

Eine Bartagame (Pogona vitticeps) braucht laut Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien (Fassung vom 10.01.1997) ein Terrarium von mindestens 5 × 4 × 3 Kopf-Rumpf-Längen. Bei 25 cm KRL sind das für zwei Tiere 125 × 100 × 75 cm. Dazu kommen eine Grundtemperatur von 25 bis 30 °C, ein Sonnenplatz mit lokal 50 °C und UVB-Licht der Ferguson-Zone 3 bis 4.

Redaktion Terrarium-RatgeberAktualisiert am 03.11.2026So vergleichen wir
Mindestmaß125 × 100 × 75 cm (2 Tiere, KRL 25 cm)
Temperatur25–30 °C, Sonnenplatz lokal 50 °C
UV / LichtFerguson-Zone 3–4
Lebenserwartungca. 10 Jahre

Quelle Mindestmaß: Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien, Fassung vom 10.01.1997 (eine Neufassung ist in Arbeit und noch nicht veröffentlicht). Werte sind Untergrenzen.

Steckbrief: Bartagame im Überblick

Die Bartagame zählt zu den bekanntesten Echsen im Terrarium. Das heißt nicht, dass sie anspruchslos wäre. Sie ist ein Sonnenanbeter aus trockenen, heißen Lebensräumen und braucht entsprechend viel Platz, Wärme und UV-Licht. Die Tabelle fasst die wichtigsten Daten zusammen. Alle Mindestwerte stammen aus dem Gutachten, die UV-Zone aus der Arbeit von Baines et al.

MerkmalWert
Wissenschaftlicher NamePogona vitticeps (Streifenköpfige Bartagame)
HerkunftAustralien
Größe erwachsenetwa 25 cm Kopf-Rumpf-Länge, der Schwanz kommt bis etwa 30 cm Gesamtlänge dazu (Näherungswert aus einer Sekundärquelle)
Lebenserwartungca. 10 Jahre laut Gutachten; das Thieme-Heimtierinfo nennt bis ca. 15 Jahre
Aktivitättagaktiv, Sonnenanbeter
Mindestmaß laut Gutachten5 × 4 × 3 × KRL für 2 Tiere, je weiteres Tier +15 % Grundfläche
Grundtemperatur25 bis 30 °C
Sonnenplatzlokal 50 °C
UV (Ferguson-Zone)Zone 3 bis 4
Soziale Zusammensetzung laut Gutachten1,x (ein Männchen, ein oder mehrere Weibchen)
WinterruheÜberwinterung bei 15 bis 20 °C, vier bis 16 Wochen laut Bundestierärztekammer

Die Lebenserwartung zeigt, wie unterschiedlich die Quellen sind: Das Gutachten rechnet mit ca. 10 Jahren, das Thieme-Heimtierinfo mit bis zu etwa 15 Jahren. Plane deshalb mit einer Haltung über ein Jahrzehnt oder länger. Eine Bartagame ist keine Anschaffung für ein paar Monate.

Herkunft und Lebensweise

Die Streifenköpfige Bartagame stammt aus Australien. Das Gutachten beschreibt für die Gattung einen trockenen, heißen Lebensraum mit Höhlen, Kletterbäumen und Aufbauten. Daraus lässt sich ableiten, was ein Terrarium bieten muss: Wärme von oben, trockene Luft, Platz zum Laufen und erhöhte Aussichtsplätze.

Bartagamen sind tagaktiv. Sie sonnen sich, wärmen sich auf und ziehen sich in kühlere Bereiche zurück, wenn es zu heiß wird. Fachleute nennen das Thermoregulation. In der Fachsprache der UV-Beleuchtung zählt die Art zu den Sonnern: Nach Baines et al. gehört die Bartagame in die Ferguson-Zone 3 bis 4. Das sind Arten, die sich offen oder in der Mittagssonne aufhalten. Der Gegensatz dazu sind dämmerungsaktive Tiere wie der Leopardgecko, die kaum UV-Licht brauchen.

Für den Alltag bedeutet das: Das Terrarium ist ein kleines Stück Wüste mit einem klaren Wärme- und Lichtgefälle. Die Tiere müssen sich selbst aussuchen können, wie viel Wärme und UV-Licht sie abbekommen. Ein einziger gleichmäßig warmer Raum erfüllt das nicht. Wie ein solches Gefälle entsteht, erklärt das Glossar unter Temperaturgradient.

Bevor du ein Tier aufnimmst, solltest du außerdem wissen, dass Bartagamen Zeit und Aufmerksamkeit brauchen: tägliches Füttern, regelmäßiges Reinigen, Messen von Temperatur und UV-Index, und im Zweifel den Weg zu einem Tierarzt, der Reptilien behandelt. Die allgemeine Orientierung für den Einstieg findest du im Ratgeber Terrarium für Anfänger.

Das Terrarium: Maße und Einrichtung

Das Gutachten bemisst die Größe nach der Körperlänge. Maßgeblich ist die Kopf-Rumpf-Länge, gemessen von der Schnauzenspitze bis zur Kloake, ohne Schwanz. Für die Bartagame gelten die Faktoren 5 für die Länge, 4 für die Tiefe und 3 für die Höhe. Die Basis sind zwei Tiere, jedes weitere Tier erhöht die Grundfläche um 15 %. Das Gutachten begrenzt die Höhe bei Echsen aus praktischen Gründen auf 2,0 m.

KRL des TieresMindestmaß für 2 Tiere (L × T × H)
15 cm75 × 60 × 45 cm
20 cm100 × 80 × 60 cm
25 cm125 × 100 × 75 cm

Die Werte 15 und 20 cm sind Rechenbeispiele für heranwachsende Tiere, 25 cm ist der Näherungswert für erwachsene Bartagamen. Plane immer für die Endgröße. Das gängige Standardmaß 120 × 60 × 60 cm erreicht das Mindestmaß für erwachsene Tiere nicht, vor allem die Tiefe von 60 cm ist zu knapp. Eine ausführliche Rechnung samt Einkaufsliste und Hinweisen zum Maßbau findest du auf der Seite Terrarium für Bartagamen. Dein persönliches Mindestmaß rechnet der Rechner:

Mindestmaß ist keine Wunschgröße

Das Gutachten legt Untergrenzen fest. Wer das Maß nicht stellen kann, sollte keine Bartagamen anschaffen. Mehr Fläche bringt immer mehr Möglichkeiten zum Klettern, Graben und Sonnen. Wir empfehlen keine Terrarien unter dem Mindestmaß, auch wenn sie als „Komplettset“ verkauft werden. Welche Größen im Handel erreichbar sind und wo ein Maßbau nötig wird, steht auf der Seite Bartagamen-Terrarium mit Einkaufsliste.

Einrichtung: Boden, Höhlen, Kletterplätze

Das Gutachten nennt für den Lebensraum Höhlen, Kletterbäume und Aufbauten. Daraus ergibt sich eine einfache Planung: Eine Rückwand oder ein Aufbau aus Stein oder Kork gibt Klettermöglichkeit und Sichtschutz. Ein erhöhter Sonnenplatz liegt direkt unter der Lampe. Am kühlen Ende steht eine Höhle zum Rückzug. Als Bodengrund bietet sich ein grabfähiges Gemisch an, etwa ein Lehm-Sand-Gemisch, das für ein Wüstenterrarium üblich ist. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Ratgeber Terrarium einrichten.

Das Gutachten verlangt außerdem Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchte. Hänge ein Thermometer auf die warme und eine auf die kühle Seite, bevor das Tier einzieht, und prüfe die Werte über mehrere Tage. Mehr dazu im Ratgeber Temperatur im Terrarium.

Licht, Wärme und UV

Bei der Bartagame hängt fast alles an der Lampe. Das Gutachten selbst enthält keine UV-Vorgaben. Für die Temperaturen nennt es eine Grundtemperatur von 25 bis 30 °C und einen Sonnenplatz mit lokal 50 °C. Für das UV-Licht stützen wir uns auf Baines et al. und die Einteilung der Ferguson-Zonen.

UV-Licht: Zone 3 bis 4

Das Thieme-Heimtierinfo nennt für die Bartagame einen hohen Bedarf an UV-Licht und empfiehlt Sonnenplätze mit zusätzlichen UV-Strahlern, die UV-A und UV-B mit hoher Lichtintensität liefern. Nach Baines et al. liegt der mittlere UV-Index im Gradienten bei Zone 3 zwischen 1,0 und 2,6, bei Zone 4 zwischen 2,6 und 3,5. Als höchsten Wert, bei dem Tiere in der Natur noch angetroffen wurden, nennen die Autoren für Zone 3 einen UV-Index von 2,9 bis 7,4 und für Zone 4 von 4,5 bis 9,5. Für Zone 4 empfehlen sie bei Kunstlicht aus Sicherheitsgründen höchstens UV-Index 7,0 bis 8,0 auf Tierhöhe. Der Gradient soll bis auf null im Schatten abfallen, das Tier muss sich also dem Licht entziehen können.

Welche Lampe wie viel UV-Index liefert, hängt von Lampe, Reflektor, Abstand und dem Material zwischen Lampe und Tier ab. Baines et al. empfehlen deshalb, die Strahlung mit einem UV-Index-Messgerät zu messen. Die Prozentangabe auf der Verpackung ersetzt das nicht. Welche Lampen es gibt und worin sie sich unterscheiden, zeigt der Vergleich UVB-Lampen im Vergleich. Grundlagen zu UV-B und UV-A stehen im Glossar.

Wärme: Sonnenplatz und Gefälle

Der Basking Spot ist die Stelle, an der sich die Bartagame aufwärmt. Das Gutachten nennt dafür lokal 50 °C. Das ist ein Wert direkt am Platz, nicht die Lufttemperatur im ganzen Terrarium, die bei 25 bis 30 °C liegen soll. Platziere die Wärmequelle deshalb an einem Ende, damit zur anderen Seite hin ein Gefälle entsteht. Ein Thermostat mit Fühler am Sonnenplatz schützt vor Überhitzung, und ein Schutz gegen direkten Kontakt verhindert Verbrennungen. Beleuchtung und Heizung gehören zusammen geplant, einen Überblick geben Terrarium heizen und Terrarium-Beleuchtung.

Eine Metalldampflampe liefert Licht, Wärme und UV in einem. Sie läuft nur mit einem passenden Vorschaltgerät. Ein Beispiel ist die folgende Lampe für Wüstenreptilien:

Unsere EmpfehlungAnzeige
Lucky Reptile Bright Sun UV Desert, Wattstärke:70 Watt

Lucky Reptile

Lucky Reptile Bright Sun UV Desert 70 W

Ideal für: Bartagamen und andere Wüstenreptilien in großen Terrarien

  • Licht, Wärme und UV in einer Lampe
  • Laut Hersteller auf Wüstenreptilien abgestimmt
  • E27-Gewinde
  • Betrieb nur mit passendem Vorschaltgerät
  • UV-Index in Tierhöhe muss selbst gemessen werden
45,36 € Preis am 03.11.2026, 11:07 Uhr, kann sich geändert habenZum Angebot*
Alle UVB-Lampen im Vergleich →

* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Werbehinweis

Laut Hersteller hat die Lampe 70 Watt, ein E27-Gewinde und eine Farbtemperatur von 6000 Kelvin. Sie ist auf die Wärme- und UV-Bedürfnisse von Wüstenreptilien abgestimmt, und der Hersteller nennt für den Betrieb das Thermo Socket und das Bright-Control-Vorschaltgerät als erforderlich. Das Maß an Strahlung hängt am Ende von Abstand und Aufbau ab. Unsere Einordnung: Für Zone 3 bis 4 ist eine Metalldampflampe eine naheliegende Lösung, weil sie Wärme und UV am selben Ort erzeugt. Entscheidend ist aber die Messung. Prüfe den UV-Index in Tierhöhe, passe den Abstand an und achte darauf, dass ein Teil des Terrariums im Schatten bleibt. Die Leistung von 70 Watt passt eher zu einem großen Terrarium als zu einem kleinen Becken, in dem sich die Hitze staut.

Futter: Insekten, Pflanzen, Calcium

Bartagamen sind Allesfresser. Das Thieme-Heimtierinfo beschreibt, dass Jungtiere überwiegend Insekten fressen. Später soll tierisches Protein möglichst gering gehalten und durch Pflanzenkost aus Wildkräutern ersetzt werden. Der Grund ist die Gesundheit: Das Heimtierinfo nennt Gicht und Nierenerkrankungen (Nephropathien) als Folgen, die ein hoher Anteil tierischen Proteins begünstigen kann. Gefüttert wird nach dieser Quelle morgens.

Konkrete Mengenanteile von Insekten und Pflanzen nennt keine der von uns geprüften Quellen, deshalb geben wir auch keine Prozentzahl an. Plane stattdessen in Richtung „Jungtier mehr Insekten, erwachsenes Tier mehr Pflanzen“ und sprich Menge und Verhältnis mit einem reptilienkundigen Tierarzt ab.

Calcium und Vitamin D3

Das Heimtierinfo empfiehlt, dem Futter ein Vitamin-Mineralstoff-Gemisch zuzugeben. Zuchtinsekten sind oft arm an Calcium und Vitaminen. Üblich ist das Bestäuben der Futtertiere mit einem Präparat und die Fütterung der Insekten mit nährstoffreichem Futter vor dem Verfüttern (Gut-Loading). Das Royal Veterinary College beschreibt das für den Leopardgecko, Exo Terra für das Pantherchamäleon. Eine Quelle für feste Dosierungen bei der Bartagame haben wir nicht gefunden, daher gilt: Dosierung und Rhythmus klärst du mit dem Tierarzt. Zu viel ist ebenso ein Problem wie zu wenig.

Vitamin D3 bildet der Körper unter UV-B-Strahlung selbst. Exo Terra erklärt diesen Zusammenhang für das Pantherchamäleon: Ohne UVB fehlt das D3, das für die Calciumaufnahme aus dem Futter gebraucht wird, und es drohen Stoffwechselerkrankungen der Knochen. Wir übertragen diesen Zusammenhang nicht auf feste Zahlen für die Bartagame, aber er erklärt, warum das Heimtierinfo für die Art einen hohen UV-Bedarf nennt. Wer Calcium mit D3 gibt und gleichzeitig starkes UVB bietet, sollte die Menge mit dem Tierarzt abstimmen.

Häutung und Gesundheit

Ersetzt keine tierärztliche Untersuchung

Dieser Abschnitt erklärt nur Zusammenhänge zwischen Haltung und Gesundheit. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Appetitlosigkeit, Schwäche, auffälligem Verhalten oder verformten Gliedmaßen gehört das Tier zu einem Tierarzt, der Reptilien behandelt.

Häutung

Echsen wachsen aus ihrer Haut heraus und streifen sie in Fetzen ab. Das ist die Häutung, und sie ist normal. Für die Bartagame haben wir keine Quelle mit genauen Zeitabständen oder Luftfeuchte-Vorgaben zur Häutung gefunden, daher nennen wir keine Zahlen. Beobachte stattdessen dein Tier: Bleiben Hautreste an Zehen, Schwanzspitze oder Augen hängen, ziehe nicht selbst daran, sondern frage den Tierarzt.

Ernährung und Nieren

Wie oben beschrieben nennt das Heimtierinfo Gicht und Nephropathien als Erkrankungen, die ein hoher Anteil tierischen Proteins begünstigen kann. Das ist ein Argument für abwechslungsreiche Pflanzenkost bei erwachsenen Tieren und gegen ein Dauerangebot an fettreichen Futterinsekten.

Knochen und Licht

Fehlt UVB, kann der Körper nicht ausreichend Vitamin D3 bilden. Für die Bartagame nennt das Heimtierinfo den hohen UV-Bedarf. Lampen verlieren mit der Zeit an Leistung, ohne dass man es dem Licht ansieht. Miss deshalb den UV-Index in Tierhöhe regelmäßig und tausche die Lampe nach Herstellerangabe aus.

Verbrennungen

PetMD und Unusual Pet Vets beschreiben thermische Verbrennungen bei Reptilien, die durch Wärmequellen entstehen. Schütze deshalb Lampen gegen Berührung und halte den Abstand ein, den der Hersteller nennt.

Winterruhe

Die Bundestierärztekammer erklärt in ihrer Pressemitteilung „Winterpause für kleine Drachen“, dass Echsen aus subtropischen Klimazonen eine mehrwöchige Ruhephase haben. Sie nennt als Beispiele Bartagame und Leopardgecko. Die Ruhephase unterstützt nach der Kammer Gesundheit, Wohlbefinden und Zuchtbereitschaft.

Die Eckdaten laut Bundestierärztekammer: Die Ruhe dauert vier bis 16 Wochen, die Temperatur liegt bei 15 bis 20 °C und darf 20 °C nicht überschreiten, Wärmelampen müssen ausgeschaltet sein. Das Thieme-Heimtierinfo nennt für die Bartagame 15 bis 18 °C und 8 bis 12 Wochen, also einen Bereich innerhalb dieser Spanne. Gut vorbereitet ist die Ruhe so:

  1. Tierarzt vorab. Lass das Tier vor der Ruhe von einem reptilienkundigen Tierarzt ansehen. Die Kammer rät außerdem zu einer Kotprobe auf Parasiten und bei älteren Tieren zu einem jährlichen Blutbild. Weibchen sollten auf noch nicht gelegte Eier geprüft werden.
  2. Füttern beenden. Ein bis zwei Wochen vor der Ruhe wird nicht mehr gefüttert, damit sich der Darm entleert. Frisches Wasser steht immer bereit.
  3. Langsam herunterfahren. Temperatur und Beleuchtung werden über etwa vier Wochen gesenkt, die Lichtdauer von 14 auf 6 bis 8 Stunden.
  4. Ruhe beobachten. Die Tiere graben sich oft im Sand ein. Gelegentliches Auftauchen oder Bewegen ist normal.
  5. Aufwecken. Wachen die Tiere nicht selbst auf, werden Licht und Wärme nach zwei bis drei Monaten über zwei Wochen wieder erhöht, danach wird gefüttert.

Die Kammer nennt auch Jungtiere: Sie brauchen die Pause, weil sonst schnelles Wachstum Fehlbildungen am Skelett verursachen könne. Ob eine Winterruhe für dein Tier sinnvoll ist, entscheidest du aber nicht allein. Kranke, untergewichtige oder sehr junge Tiere gehören vorher zum Tierarzt.

Vergesellschaftung: Wie viele Tiere zusammen?

Das Gutachten nennt für die Bartagame die soziale Zusammensetzung „1,x“. Gemeint ist ein Männchen mit einem oder mehreren Weibchen. Mehr als ein Männchen sieht es nicht vor. Das Thieme-Heimtierinfo nennt Kleingruppen mit einem Männchen und zwei bis vier Weibchen. Die Grundfläche wächst laut Gutachten mit jedem weiteren Tier um 15 %.

Gruppenhaltung ist keine Pflicht und nicht automatisch besser. Für den Fall, dass Tiere sich nicht vertragen, brauchst du die Möglichkeit, sie zu trennen. Plane dafür ein zweites Terrarium ein. Führe Neuzugänge nicht sofort zum Bestand, sondern halte sie zunächst getrennt in Quarantäne. Allgemeine Hinweise zur Vergesellschaftung findest du im Glossar. Verschiedene Arten gehören nicht zusammen: Bartagamen sind Wüstenbewohner mit anderem Klimabedarf als etwa Tiere aus dem Regenwald.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein Bartagamen-Terrarium mindestens sein?

Nach dem Gutachten (Fassung vom 10.01.1997) 5 × 4 × 3 × KRL für zwei Tiere, je weiteres Tier +15 % Grundfläche. Bei 25 cm KRL sind das 125 × 100 × 75 cm. Das ist eine Untergrenze.

Wie viel UV-Licht braucht eine Bartagame?

Nach Baines et al. gehört die Art in die Ferguson-Zone 3 bis 4. Der mittlere UV-Index im Gradienten liegt zwischen 1,0 und 3,5. Für Zone 4 empfehlen die Autoren bei Kunstlicht höchstens UV-Index 7,0 bis 8,0 auf Tierhöhe. Miss den Wert mit einem UV-Index-Messgerät.

Was frisst eine Bartagame?

Sie ist ein Allesfresser. Jungtiere fressen überwiegend Insekten, erwachsene Tiere sollen laut Thieme-Heimtierinfo mehr Pflanzenkost aus Wildkräutern bekommen. Ein Vitamin-Mineralstoff-Gemisch wird empfohlen, die Dosierung klärst du mit dem Tierarzt.

Braucht eine Bartagame eine Winterruhe?

Die Bundestierärztekammer nennt für Bartagamen eine Ruhephase von vier bis 16 Wochen bei 15 bis 20 °C. Vorher gehört das Tier zum Tierarzt. Das ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.

Kann ich mehrere Bartagamen zusammen halten?

Das Gutachten sieht ein Männchen mit einem oder mehreren Weibchen vor (1,x). Mit jedem weiteren Tier wächst die Grundfläche um 15 %. Plane eine Ausweichmöglichkeit zum Trennen ein.

Quellen

  1. Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien, Sachverständigengruppe tierschutzgerechte Haltung von Terrarientieren, Fassung vom 10.01.1997, Veröffentlichung BMLEH, abgerufen am 03.11.2026
  2. Baines et al.: How much UV-B does my reptile need? The UV-Tool, Journal of Zoo and Aquarium Research 4(1), 2016
  3. Heimtier-Info Bartagame, Georg Thieme Verlag KG, 2020, abgerufen am 03.11.2026
  4. Winterpause für kleine Drachen, Bundestierärztekammer, Pressemitteilung 27/2014 vom 31.10.2014
  5. Streifenköpfige Bartagame, Wikipedia (Sekundärquelle für Größe und Herkunft), abgerufen am 03.11.2026
  6. Care Guide Furcifer pardalis (Panther Chameleon), Exo Terra (Hersteller), abgerufen am 03.11.2026
  7. Leopard Gecko Care, Royal Veterinary College, Exotics Service, Beaumont Sainsbury Animal Hospital, Stand Dezember 2024
  8. Thermal Burns in Reptiles, PetMD, aktualisiert Juni 2024
  9. Thermal Burns in Reptiles, Unusual Pet Vets (Australien), ohne Datumsangabe, abgerufen am 03.11.2026

Passende Produkte

* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Mehr im Werbehinweis.